Restaurierung von Comic-Heften

Die Reparatur von Comic-Heften gibt es seit dem die ersten Comic-Hefte verkauft wurden.

 

Viele Sammler möchten das Ihre Sammelobjekte in dem bestmöglichen Zustand sind oder weiterhin problemlos gelesen werden können. Anfangs wurden meist grobe Reparaturen von den Eigentümern der Comic Hefte selbst durchgeführt, z.B. das Zusammenkleben von eingerissenen Seiten mithilfe von Teasafilm oder Kleber sowie das Aufbringen von Farbe auf Stellen des Heftes, wo die Farbe aufgrund von Knicken oder anderen Gründen nicht mehr vorhanden ist. Durch die Preissteigerungen von Comic-Heften in der Vergangenheit wurde es notwendig diese Reparaturen eindeutig zu definieren. Einige der Reparaturen werden von den Sammlern üblicherweise akzeptiert, z.B. die Nutzung von Tesafilm. Die meisten Reparaturen stellen aber Restaurierungen dar, die den Wert des Comic-Heftes beeinflussen:

 

Restaurierungen können in zwei Arten unterteilt werden: Restaurierungen um die Lebensdauer eines Comic-Hefte zu verlängern oder Restaurierungen, die aus ästhetischen Gründen durchgeführt werden. Beide Arten der Restaurierung haben aber gemeinsam, daß das Comic-Heft mit Nicht Original Materialen behandelt wird, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

 

EGS definiert Restaurierung als Behandlung eines Comic-Heftes mit Nicht Original Materialien um einen bekannten oder vermuteten Zustand zu erreichen.

Beispiele für Restaurierungen sind:

  • Aufbringen von Farbe: Stellen auf dem Papier mit fehlender Farbe werden z.B. mit Bleistift, Kreide, Kugelschreiber, Filzstift, Acryl-, Öl-, Aquarell- oder Patellfarbe ausgebessert.
  • Ergänzen von fehlendem Papier: Einsetzen von Füllmaterialen für fehlendes Papier, z.B. Baumwoll- / Holzfaserpapier oder Papier von einem anderen Comic-Heft.
  • Beseitigung von Rissen: Aufbringen jedweder Art von Klebstoffen um Risse zu beseitigen.
  • Reinigung oder Aufhellung von Papier: Anwendung eines wässrigen Verfahrens um die Papierfarbe wieder aufzuhellen oder dem Papier Säure zu entziehen. Bei diesem Verfahren werden chemische Oxidationsmittel, Lösungsmittel oder Wasser verwendet.
  • Wiederherstellung des Cover-Glanzes: Nutzung von Sprays zur Herbeiführung von Cover-Glanz.

Verfahren ohne Verwendung von wässrigen Stoffen, z.B. eine chemische Trockenreinigung zur Beseitigung von Schmutz, Ruß und anderen Nicht Original Materialien, die Reduzierung bzw. Beseitigung von Knicken und Blitzern durch Pressen sowie die Entfernung von Klebeband werden von EGS nicht als Restaurierung angesehen.

 

Die Verwendung von Klebeband wird ebenfalls von EGS nicht als Restaurierung angesehen.

 

EGS ist der Ansicht, daß Tesaband nicht auf Comic-Heften verwendet werden sollte. In der Vergangenheit, als Comic-Hefte noch nicht als Sammelobjekte gesehen wurden, und heute wird in Comic-Sammlerkreisen Tesaband als Hilfsmittel zum Erhalten von Comic-Heften akzeptiert. Mithin sehen viele Sammler die Verwendung von Tesaband nicht als Defekt an. EGS vermerkt deshalb die Verwendung von Tesafilm auf dem jeweiligen EGS Zustandsbeschreibungszertifikat.


Da Restaurierungen nicht immer vom Verkäufer erkannt bzw. dem Käufer mitgeteilt werden, führt EGS immer eine Prüfung von möglichen Restaurierungen bei der Zustandsbewertung und Zertifizierung durch. Diese Prüfung ist notwendig, da durchgeführte Restaurierungen den Wert von Comic-Heften beeinflussen.

 

Aufgrund der Schwierigkeit der Restaurationserkennung für sowohl unerfahrene, als auch erfahrende Comic-Sammler hat EGS die Restaurationsprüfung obligatorisch in den Zustandsbewertungs- und Zertifizierungsprozeß eingebaut.