Comic-Verlage

Comicverlage in Deutschland (Auszug):


Achterbahn (Verlag)
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Der Achterbahn Verlag wurde im Sommer 1991 von Rötger Feldmann und Jens Nieswand gegründet. Ende 1995 wurde er in eine AG umgewandelt und schließlich im Oktober 1997 an die Börse gebracht. 1999 betrug der Umsatz der Achterbahn AG 14,5 Millionen Euro. 2003 ging die Achterbahn AG in Insolvenz. Das Unternehmen hat im Herbst 2002 beim zuständigen Amtsgericht in Kiel einen Insolvenzantrag gestellt. Zahlreiche Einzelunternehmen der AG wie Nieswand Druck und der Achterbahn Verlag wurden als GmbHs weiter geführt. Christian Dreller wurde von 2003 bis 2005 Verlagsleiter in Kooperation mit dem Lappan Verlag. 2005 wandelte Lappan den Verlag in das Segment Achterbahn im Lappan Verlag GmbH mit Sitz in Oldenburg um. Die Betreuung und Vermarktung der Bildrechte blieb unter dem „Urgestein“ Mulli in Kiel.

Das wohl bekannteste Produkt des Verlags war die Comicreihe Werner von Rötger Feldmann. Als einziger Comic wurde Werner nach der Insolvenz nicht mehr von Achterbahn herausgegeben. Seit dem 12. Band erscheint Werner im Egmont Ehapa Verlag. (Comic-Formate blieben u. a.:(C)TOM Touché, Siemensens HAIOPEIS und Ingo Pien, Sperzels Autotypen,Baby Blues, Zits und Emily; dazu diverse Manhwas.)

 

Carlsen Verlag aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Der Hamburger Carlsen Verlag, zum schwedischen Medienunternehmen Bonnier AB gehörend, ist ein Verlag mit dem Schwerpunkt auf Comics und Kinderbüchern und Jugendliteratur (unter anderem Harry Potter). In beiden Gebieten gehört er zu den in Deutschland führenden Verlagen.

 

Geschichte

Gegründet wurde der Carlsen Verlag am 26. April 1953 in Hamburg als deutsche Niederlassung des gleichnamigen dänischen Verlagshauses. Anfangs bestand das Programm in erster Linie aus Büchern über den Bären Petzi und seine Freunde, die bereits erfolgreich in verschiedenen deutschen Tageszeitungen zum Abdruck kamen. Bereits 1954 erschienen die ersten Pixi-Bücher im Format 10 x 10 cm.

1967 startete der Verlag sein Comic-Programm mit dem ersten Album aus der Serie Tim und Struppi. Das Programm wurde zunächst mit traditionellen frankobelgischen Serien wie Alix, Blake und Mortimer, Valerian und Veronique und Die Schlümpfe erweitert. Zu Beginn der 1980er Jahre ergänzten unter anderem Spirou und Fantasio, die Abenteuer des Büroboten Gaston und Leonardo das Programm. Die Produktion wurde kontinuierlich ausgebaut, bis zu einem monatlichen Erscheinen von mehreren Alben im Jahr 1989.

Unter dem Lektor Eckart Sackmann wurde Anfang der 1980er Jahre die Reihe Carlsen Spezial (später: Edition ComicArt) gegründet, eine Comic-Sparte für erwachsene Leser. Sackmanns Nachfolger Andreas C. Knigge prägte das Comic-Programm für viele Jahre und sorgte für eine immense Erweiterung dieses Bereichs. 1987/88 versuchte der Verlag mit Moxxito ein eigenes Magazin auf dem Markt zu etablieren, das nach sechs Ausgaben wieder eingestellt wurde. Neben frankobelgischen Comics wurden Anfang der neunziger Jahre auch Superhelden-Comics von DC Comics in Paperbacks veröffentlicht. Hauptsächlich wurden voneinander unabhängige Sonderausgaben, sogenannte One Shots, übersetzt. Besondere Aufmerksamkeit erhielt Frank Millers Werk The Dark Knight Returns. Der Carlsen Verlag versuchte zeitgleich, Heftserien von Buffy – Im Bann der Dämonen, Angel – Jäger der Finsternis, Godzilla und Akte X zu etablieren. Knigges Nachfolger wurde Joachim Kaps, in dessen Wirkungszeit wurde durch die Veröffentlichung des Mangas Dragonball in japanischer Leserichtung (von rechts nach links) ein Manga-Boom ausgelöst. Die Veröffentlichung dieses Mangas wurde allerdings noch von Andreas Knigge beschlossen.

 

Anfang 2002 wurden von dem Kleinverlag B&L der Name und diverse Autorenrechte gekauft (die anderen Serien des alten B&L Verlages gingen in den BSE Verlag über). B&L wurde bei Carlsen als Label von lustigen Comics für Erwachsene fortgeführt und durch weitere Serien ergänzt. 2006 ging B&L in den neuen Bereich Carlsen Cartoon und Humor auf, in welchem auch die Bestseller-Cartoons Nichtlustig von Joscha Sauer sowie Shit happens! von Ralph Ruthe erscheinen.

 

Den größten Erfolg hatte Carlsen jedoch mit der Buchreihe Joanne K. Rowlings um Harry Potter. Die Lizenz hatte man bereits vor dem ganz großen Durchbruch des Zauberlehrlings für alle geplanten sieben Bände erworben. Hierdurch müssen sich die deutschen Titelillustrationen nicht nach den Vorgaben des Rechtehalters Warner Brothers richten und man hat auch bei der Vermarktung der Bücher deutlich freiere Hand als die Potter-Verlage in anderen Ländern.

 

Momentan ist Carlsen einer der drei größten Comicverlage in Deutschland, bei den Kinderbuchverlagen zählt er zu den zehn größten. Der dänische Carlsen Verlag, aus dem der deutsche ursprünglich hervorgegangen war, gehörte früher auch zu Bonnier, ist aber nach mehreren Verkäufen nun seit 2007 Teil der internationalen Verlagsgruppe Egmont Verlag. Somit sind die gleichnamigen Verlage in Dänemark und Deutschland nicht mehr als Unternehmen miteinander verbunden.

 

Dino-Verlag aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Die Dino Entertainment AG bzw. Dino-Verlag war ein Stuttgarter Comicverlag, der 1993 gegründet wurde. Anfang 2003 wurde er vom Panini Verlag übernommen.

 

Die ersten Veröffentlichungen beschränkten sich auf Magazine zu Fernsehserien, mit Beavis and Butthead wurde ab 1994 die ersten Comichefte des Verlags veröffentlicht. 1995 startete mit der ersten deutschen Ausgabe der Batman Adventures die Veröffentlichung amerikanischer Superhelden-Comics des Verlages DC Comics. Den Schwerpunkt bildeten dabei die Bekanntesten DC-Helden Batman und Superman. Die Anzahl der teils regelmäßig, teils unregelmäßig erscheinenden Serien stieg dabei rasant an. Nach der Serie Batman Adventures folgten die Serien Superman, Batman, Superman Special, Batman Special, DC gegen Marvel, Batman und Superman Adventures, Lobo, J.L.A. und viele weitere (teilweise in Paperback-Form erscheinende) Comicreihen. Neben den DC-Comics brachte der Verlag Bücher zu TV-Serien wie Akte X und Cartoons, darunter die Simpsons, Futurama und Pinky & Brain heraus und nahm auch das Jahre zuvor von einem anderen Verlag eingestellte MAD-Magazin ins Programm.

 

Anfangs war ein großer Leserzustrom zu verzeichnen, da die hochwertig produzierten Hefte auf gutem Papier und mit dicken Covern zu diesem Zeitpunkt ein Novum auf dem deutschen Comicmarkt darstellten. Nach einigen Jahren wuchsen die Auflagen nicht mehr, pendelten sich aber auf gleichbleibendem Niveau ein. Dino verkleinerte später das Comicprogramm auf wenige Serien, darunter die Simpsons-Comics. Außerdem veröffentlichte Dino ebenfalls Bücher zu diversen Computerspielen wie Warcraft. Der Dino-Verlag wurde schließlich von Panini aufgekauft. Dort wurde die Marke „Dino“ verwendet, um Funny-Comics wie die Simpsons-Comics oder MAD, Anime-Comics wie Digimon oder auch die Star-Wars-Comics zu veröffentlichen. Des Weiteren erschienen unter Dino auch Comics zu diversen Fernsehserien wie CSI: Den Tätern auf der Spur.

 

Egmont Ehapa Verlag aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Der Egmont Ehapa Verlag GmbH in Berlin, 1951 gegründet unter dem Namen Ehapa-Verlag, ist einer der führenden deutschen Comicverlage.

 

Im Jahre 1878 öffnete Egmont Harald Petersen in Kopenhagen eine eigene Druckerei, die den Grundstock für den Verlag bilden sollte. Der erste große Erfolg war die Familienzeitschrift Hjemmet 1904, die noch heute in Skandinavien existiert. 1914, zur Einweihung eines großen Druckereigebäudes, dem Gutenberghus, erhielt Egmont den Titel der königlichen Hofdruckerei.

 

1948 gelang es dem Verlag, sich die Rechte an den Disney-Comics für viele europäische Länder zu sichern. 1951 wurde mit Ehapa ein deutscher Ableger gegründet. Der Name Ehapa leitet sich aus den Initialen des Firmengründers Egmont Harald Petersen (E Ha Pa) ab. Der Verlagssitz war über Jahrzehnte in Stuttgart bzw. Leinfelden-Echterdingen, wurde aber 2001 nach Berlin verlegt. Geschäftsführer 1972 bis 1988 war Adolf Kabatek, der auch als Comic-Autor hervorgetreten ist. Unter Kabatek und seinem Nachfolger Klaus M. Mrositzki (1989 bis 2003) avancierte Egmont Ehapa zu einem der großen Comic-Buchverlage in Deutschland. Früh erkannte Mrositzki das Potenzial der japanischen Manga.

 

Zu den bekanntesten von Ehapa vertriebenen Comicserien gehören Disney-Comics wie Micky Maus (seit 1951) und Lustiges Taschenbuch (seit 1967), Asterix (seit 1968), Lucky Luke (seit 1977, zuvor bei „Koralle“) und Werner (seit 2004, zuvor bei „Achterbahn“).

 

1991 wurde der Reiner Feest Verlag aufgekauft. Unter diesem Label erschien im Februar 1994 mit Appleseed der erste Manga des Verlagshauses. Weitere Manga folgten, doch der große Durchbruch gelang erst 1997 mit Sailor Moon.

 

Während diese Serien einen Großteil der Außenwirkung des Verlages ausmachen, liegt das Schwergewicht des Einkommens woanders: Ehapa verlegt diverse Kinder- und Jugendzeitschriften (meist in Lizenz), so etwa Micky Maus Magazin, Winnie Pooh, Prinzessin, Postbote Pat, Kim Possible, Wendy, Sponge Bob, Witch, Bibi Blocksberg, Benjamin Blümchen etc. - sowie, nach Kauf des Attic Futura Verlags in München, Go Girl, Sugar, FHM, K-Club, Kick Club.

 

Mehrmals wurden Publikationen des Verlags mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnet.


Eichborn Verlag
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Der Eichborn Verlag ist ein Buchverlag in Frankfurt am Main.

 

Geschichte

 

Der damalige Lektor des Fischer-Verlags Vito von Eichborn und Matthias Kierzek gründeten den Verlag 1980.

Erste größere Verkaufserfolge erzielten Bücher der Cartoonisten Erich Rauschenbach und Walter Moers. 1989 übernahm Eichborn die von Hans Magnus Enzensberger herausgegebene Reihe Die Andere Bibliothek des Greno-Verlags. Eichborn Hörbuch erschien bis 2009 unter dem Namen Eichborn Lido.

 

1992 nahm das Verlagsprogramm zusätzlich Merchandising-Produkte auf, was die angeschlagene wirtschaftliche Lage nicht besserte.

 

Vito von Eichborn stieg 1995 aus dem Verlag aus und übergab seine Anteile an den bisherigen Miteigentümer Matthias Kierzek von der Fuldaer Verlagsanstalt. 2000 ging die Eichborn AG an die Börse. Im selben Jahr wurde das Berliner Büro für Berufsstrategie GmbH übernommen, bereits 2003 wieder an seinen Gründer zurückverkauft.

 

Die Interessengemeinschaft Fresenius hält mittlerweile über 40 Prozent, die Achterbahn AG i. L. unverändert 33,2 Prozent, die Fuldaer Verlagsanstalt i. L., Autoren und Mitarbeiter den Rest der Aktien der Eichborn AG, der Stephan Gallenkamp vorsteht. Er verweist auf 30 Prozent mehr Umsatz pro Titel 2008 und einen Buchumsatz von 12,8 Millionen Euro.

 

Norbert Hethke Verlag aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Der Norbert Hethke Verlag mit Sitz in Schönau wurde 1977 von Norbert Hethke, einem großen Fan von Hansrudi Wäscher und dessen Comics, die in den 1950ern und 1960ern im Walter Lehning Verlag erschienen, gegründet. Norbert Hethke wurde am 25. August 1943 in Danzig geboren. Er verstarb am 13. April 2007 in seinem Heimatort Schönau im Odenwald. Der Verlag wurde am 31. Dezember 2007 geschlossen. Seitdem ist auch die ehemalige Webseite nicht mehr verfügbar. Heute werden die Produkte aus dem Hethke Verlag durch seinen Sohn Volker Hethke, Schönau vertrieben.

 

Der Verlag veröffentlichte Die Sprechblase und den Deutschen Comicpreiskatalog. Außerdem hat er ein großes Nachdruckprogramm. Mittlerweile dürfte fast das komplette Programm des Lehning-Verlags in der einen oder anderen Form von Norbert Hethke veröffentlicht worden sein, sei es als Faksimile im Piccolo- oder Großband-Format, sei es als Softcover- oder Hardcover-Album. Darüber hinaus publizierte der Verlag auch neue Geschichten mit den alten Helden.1 Projekte

 

Projekte

 

  • Norbert Hethke veranstaltete die halbjährlich stattfindende große Comicbörse in Köln-Mülheim (jeweils am ersten Samstag im Mai und November).
  • Der Verlag brachte die in Deutschland in den 1950ern immer wieder von der Bundesprüfstelle beanstandete Serie Akim von Augusto Pedrazza komplett auf Deutsch heraus. Die Reihe brachte es in Italien in zwei Serien auf fast 900 Hefte, von denen aber damals nur knapp 100 von Walter Lehning herausgebracht wurden, bevor dieser die Serie an Wäscher übergab, woraufhin es keine Probleme mehr in Deutschland gab, aber dafür umso mehr Ärger mit den italienischen Lizenzgebern. Seit einigen Jahren lief nun diese klassische Serie in deutscher Erstveröffentlichung.
  • Für die Nachdrucke im Hethke-Verlag produzierte Wäscher noch einige Kostbarkeiten: So beendete er die im September 1959 mitten in der Geschichte unterbrochene Serie Akim, Neue Abenteuer 30 Jahre später mit dem neuen Heft 197, die zweite Falk-Piccolo Serie, die 1968 nach 17 Ausgaben ohne vernünftigen Abschluss beendet wurde, beendete er nach 20 Jahren in einem Softcover-Album; diese Geschichte wurde später auf fünf Piccolos ummontiert und mit den Nummern 18-22 als Ende der zweiten Serie herausgegeben.
  • Als Bonusheft für die Abonnenten des ersten Nachdrucks der ersten Sigurd-Reihe produzierte Wäscher Sigurd Nr. 325, in welchem er Nick und Freunde auf Sigurd und Freunde treffen ließ.
  • In den Neunziger Jahren versuchte sich Norbert Hethke auch an Telefonkarten (meist mit Wäscher-Helden) und Tradingcards (ausschließlich mit Wäscher-Helden).

 

Neuerscheinungen

 

Neben unzähligen Nachdrucken hauptsächlich aus den 1950ern und 1960ern hat der Norbert Hethke Verlag auch neue Comics mit den alten Helden herausgebracht. So erschien, wie erwähnt, der Akim von Pedrazza in deutscher Erstveröffentlichung, außerdem schrieb Hansrudi Wäscher noch neue Geschichten um Sigurd, Nick und Falk, die er teilweise selber zeichnet. Mit durchschnittlich zwei Piccolos im Monat konnte der Sammler von früher aber auch heute noch regelmäßig neue Abenteuer der Helden seiner Jugend im damals beliebten Streifenheftchen-Format lesen.

 

Hansrudi Wäscher

 

Hansrudi Wäscher war Zeichner für den Walter Lehning Verlag, Hann.Münden / Hannover (bis 1968) und anschließend für den Bastei Verlag, Bergisch Gladbach (ab 1969, Verlagsgruppe Lübbe) und arbeitete für Reprints der früheren Werke für den Norbert Hethke Verlag.

Hansrudi Wäscher produzierte für den Hethke-Verlag regelmäßig Zeichnungen, beschränkte sich dabei aber später auf Cover für verschiedene Publikationen, hauptsächlich die Nachdrucke und Neuauflagen seiner Comics. Früher fertigte Wäscher auch noch viele neue Abenteuer seiner Helden für die Sprechblase an, die dann später nochmal gesondert nachgedruckt wurden.

Eine Ausnahme bildet die Reihe Fenrir, die Wäscher komplett neu kreierte und exklusiv für Norbert Hethke erschuf.

 

Panini Verlag aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

Die Panini Verlags GmbH aus Nettetal ist ein Unternehmen der italienischen Panini-Gruppe mit Sitz in Modena und Filialen in vielen Ländern Europas und in Brasilien.

 

Die Geschäftsfelder der 1945 als Zeitungsstand gegründeten und 1954 zum Zeitungsverlag ausgebauten Familienfirma der Brüder Giuseppe und Benito Panini, der 1963 auch die Brüder Umberto und Franco Cosimo Panini beitraten, sind Sticker (Aufkleber), Sammelkarten, Jugendbücher und Comics.

 

Geschichte

 

Die Geschichte des Unternehmens begann 1945 als Zeitungsstand in Modena, Italien, wo sich noch heute die Konzernzentrale befindet. 1954 wurde aus dem Familienbetrieb ein Zeitungsverlag, der schnell auf einen Jahresumsatz im hohem zweistelligem Millionenbereich anwuchs.

 

1961 erschien dann das erste Sammelalbum mit den Bildern italienischer Fußballspieler.

 

1974 eröffnete der Konzern seine erste deutsche Niederlassung in München, von wo aus man 1993 nach Nettetal umzog. Ebenfalls 1993 wurden die österreichische und die niederländische Niederlassung mit eingegliedert.

 

Die hierzulande bekanntesten Produkte, die Klebebilder zur Fußball-Bundesliga (erstes Album in Kooperation mit dem Bergmann Verlag im Jahr 1979) und weltweit zu Fußball-Weltmeisterschaften, waren auch das anfängliche Hauptgeschäft, das mit der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko begann. Mittlerweile gibt es Sticker und Trading-Cards auch zu Fußballeuropameisterschaften (erstes Album im Jahr 1980), zur Champions-League, sowie zu verschiedenen Film- und Spielzeugfranchises. Die Bestseller sind Disney, Harry Potter, DC (Superman, Batman), Marvel Comics (Spiderman, X-Men) und Barbie.

 

Der Bereich Comics kam Mitte der 1990er hinzu, nachdem das italienische Mutterunternehmen von Marvel-Entertainment aufgekauft wurde. Marvel ist Besitzer von erfolgreichen Comicserien wie Spider-Man, X-Men, Hulk und Wolverine. Um international noch erfolgreicher zu werden, wurden die Lizenzen an die Tochterfirmen von Panini vergeben.

 

Nach der Lizenzübergabe wurden auch in Deutschland die Superhelden-Serien Spider-Man und X-Men herausgegeben, weitere Serien folgten. Der große Erfolg führte zur Ausweitung des Programms, der Verlag begann mit Lizenzausgaben von Serien des amerikanischen Verlags Image Comics und Mangaserien. Nach dem Weiterverkauf von Panini durch Marvel an den italienischen Finanzkonzern Vittorio Merloni Fineldo SpA erwarb man Lizenzen für Serien von Marvels ärgstem Konkurrenten DC (Batman, Superman, Flash). Diese waren davor in der Hand des Dino-Verlag, die u.a. auch die deutsche Ausgabe der Simpsons vertrieb.

Kurz darauf kaufte Panini den Dino-Verlag auf. Durch diese Übernahme ist Panini nicht nur einer der drei Marktführer im deutschen Comicmarkt, sondern auch der zweitgrößte Jugendbuchverlag in Europa geworden.

Im März 2008 verlor Panini die Lizenz für die deutsche Bundesliga bis 2012 (3 Jahre ab Saison 2009/2010) an den amerikanischen Konkurrenten Topps. Panini einigte sich jedoch mit dem Konkurrenten und bringt in der Saison 2008/2009 ein letztes Bundesliga-Stickeralbum heraus, Topps wird zur Rückrunde dieser Saison eine Card-Serie anbieten.

 

Im September 2008 stieß Panini auch in den Markt der Videospielmagazine vor und veröffentlichte mit consolPlus (Konsolenspiele) und GamersPlus (PC-Titel) zwei Magazine, die sich mit Computerspielen beschäftigen.

 

Panini vertreibt die verschiedenen Comic-Sparten in verschiedenen europäischen Ländern unter eigenen Labels:

 

  • Marvel - amerikanische Comics wie Spiderman, X-Men
  • DC - amerikanische Comics wie Superman, Batman
  • Dino - MAD, Simpsons, Star Wars und andere
  • Planet Manga - Mangas
  • Planet Shojo - Shōjo-Mangas
  • Planet Manhwa - koreanische Manhwas
  • Panini Video - Animes und Cartoons
  • Panini Books - Romane zu Filmen und Videospielen wie Star Wars, Halo, Final Fantasy, Resident Evil und viele mehr
  • Vertigo - amerikanische Comics wie Sandman, Preacher
  • Wildstorm - amerikanische Comics wie The Authority
  • Virgin Comics - amerikanische Comics wie Gamekeeper und 7 Brothers
  • Fantasy - amerikanische Comics wie Spawn, Conan oder World of Warcraft
  • Generation Comics - amerikanische Comics wie Darkchylde, Warlands und Painkiller Jane (Label 2003 eingestellt)